Fantasy made in Germany? Das hat es wohl auch schon einmal gegeben, aber in den meisten Fällen waren die Ergebnisse eher bescheiden. Nun tritt der Streifen „Mara und der Feuerbringer“ dieses Erbe an. Die Skepsis war am Anfang noch recht groß. Aber wirklich nur ganz am Anfang.

Girlie gegen Götter

Die 15-jährige Mara wird schon seit geraumer Zeit von Visionen geplagt, mit denen sie zunächst nicht viel anfangen kann. Ihr ohnehin schon komplizierter Alltag mit ihrer völlig durchgeknallten Mutter und dem täglichen Mobbing in der Schule gerät dadurch zusätzlich ins Wanken. Richtig kurios wird es für sie, als sie erfährt, dass sie eine Seherin ist und in dieser Eigenschaft nicht weniger zu tun hat, als die Welt zu retten. Sie wendet sich an den kauzigen Professor Weissinger (Jan-Josef Liefers) und gemeinsam mit ihm tritt sie an, um die nordische Götterwelt wieder in die richtigen Bahnen zu lenken …

Filmkritik zu „Mara und der Feuerbringer“

Cover-Mara-und-der-FeuerbringerGetragen wird der Film zunächst durch die großartige Besetzung (u. a. Jan-Josef Liefers, Christoph-Maria Herbst, Esther Schweins, Josef Hannesschläger) , angeführt von dem überzeugend agierenden Jungstar Lilian Prent in der Titelrolle. Hinzu kommt der frische Humor, der teils ins Sarkastische kippt, aber keineswegs peinlich wirkt, was sonst bei vielen deutschen Filmen leider immer wieder vorkommt. Mit diesen Grundzutaten bekommen wir eine Fantasy-Geschichte serviert, die sich keineswegs hinter Hollywood-Produktionen zu verstecken braucht. Wir sind von der ersten Filmminute an gefesselt und verfolgen die Geschichte von Mara interessiert und mit einem ständigen Grinsen im Gesicht. Lediglich mit Maras Mutter haben es die Macher ein wenig übertrieben. Die überkandidelte New-Age-Mutter wird zu häufig ausgereizt, sodass sie ein wenig nervt. Das ist allerdings Jammern auf hohem Niveau, dem Film schadet es nicht nachhaltig. Die CGI-Effekte, mit denen der Streifen nur so um sich wirft, mögen zwar hier und da nicht ganz punktgenau sitzen, in der Summe kann sich der Film aber auch von der technischen Seite her sehen lassen. Es wird auch hier wieder deutlich, dass das deutsche Kino das Jammertal aus stümperhaften Produktionen und übertrieben pädagogischen Autorenfilmen endgültig hinter sich gelassen hat und international mitreden kann. Dass „Mara und der Feuerbringer“ an den Kinokassen gefloppt hat, ist wohl eher einer völlig vermasselten Marketing-Strategie zu verdanken. Der relativ aufwändig produzierte Fantasy-Film wurde zunächst als Kinderfilm feilgeboten, was allerdings meilenweit am tatsächlichen Zielpublikum vorbei ging. Nun erscheint dieser wirklich tolle Streifen auf den Silberlingen für das Heimkino und sollte zumindest auf diesem Wege die Beachtung bekommen, die er verdient hat.

Fazit zum Film

„Mara und der Feuerbringer“ ist ein wirklich guter Fantasy-Film für Fans jeden Alters – also auch ein Riesenspaß für die ganze Familie. Für Action, Spannung, Lacher und auch für Subtext ist reichlich gesorgt. Dem Vernehmen nach hat Regisseur Tommy Krappweis, der auch die Romanvorlage geliefert hat, zwei weitere Bände im Schlepptau. Wir freuen uns jetzt schon, wenn das Abenteuer auf der großen Leinwand weitergehen würde.

Foto/Cover: Constantin Film

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