fast 20 Jahre nach „Interview mit einem Vampir“ ist ein neues Vampir-Highlight des Erfolgsregisseurs Neil Jordan („Die Fremde in dir“, „Die Borgias“) erschienen: BYZANTIUM erzählt in grandiosen Bildern die Geschichte einer besonderen Mutter-Tochter-Beziehung. Im nachfolgenden Interview geben die Hauptdarstellerinnen Saoirse Ronan und Gemma Arterton Auskunft über ihre Figuren und deren Beziehung zueinander:

Wie war es, eine 200-Jährige im Körper einer 16-Jährigen zu spielen? Du bist aus einer anderen Epoche, aber du musst trotzdem als moderner Teenager durchgehen.

Saoirse Ronan: Gerade darum geht es. Eleanor geht überhaupt nicht als moderner Teenager durch. Sie ist eine alte Seele und das macht sie so anders. Sie ist klug und sehr reif wegen allem, was sie erlebt hat und weil sie schon so eine lange Zeit existiert. Sie passt nicht mit anderen Teenagern zusammen.

Obwohl sie jünger ist, verhält sie sich manchmal reifer als ihre Mutter. Welche Dinge hat deine Figur von ihrer Mutter gelernt?

Saoirse Ronan: Wie man vorwärts geht und die Tatsache akzeptiert, dass die beiden dieses Leben haben und nichts daran ändern können und weitermachen müssen. Ihre Mutter Clara versucht fast verzweifelt die Vergangenheit hinter sich zu lassen und nichts davon zur Sprache zu bringen. Ich denke, Eleanor versteht das. Außerdem die unglaubliche Liebe, die Clara ihr entgegenbringt. Das ist etwas, das die zwei wirklich zusammenhält. Obwohl sie sehr verschiedene Menschen sind, würden sie alles füreinander tun und ich glaube, dass Eleanor das weiß und niemals wirklich vergisst.

Ist es wichtig für dich, sehr starke Frauen zu spielen?

Saoirse Ronan: Ich denke einfach, dass es interessanter ist. Wenn ich ein Drehbuch lese, und natürlich wenn ich Filme mit sehr starken weiblichen Rollen sehe, die nicht nur – ich will nicht sexistisch sein, weil es in beide Richtungen stimmen muss – einen Mann unterstützen, dann ist das viel interessanter zu sehen und ich fühle mich zu diesen Figuren hingezogen, weil meist mehr in ihnen steckt. Und ich glaube, dass es für junge Leute wichtig ist, das auf der Leinwand und als Teil der Popkultur zu sehen.

Gemma, in Byzantium spielst du eine 200 Jahre alte Vampir-Prostituierte. Hat es dir Spaß gemacht die sexy Femme Fatale zu spielen?

Gemma Arterton: Das war definitiv etwas, was Neil [Jordan] zelebriert hat, aber ich hatte das Gefühl eher in der Mutterrolle aufzugehen. Die Femme Fatale war die größere Herausforderung.

Weil sie letztlich so ein starker Charakter ist?

Gemma Arterton: Sie hat in jeder Szene alles im Griff. Das ist wirklich etwas, dass mir bei Frauen im Film immer gefallen hat – Frauen, die freizügig und feminin sein können, ohne zum Objekt zu werden. Ich denke, das ist gewissermaßen eine Waffe. Es ist ein feministischer Film. Ich will nicht zu viel darüber verraten, aber… Männer sollten sich fürchten!

Hast du dich gegenüber deiner Filmkollegin Saorise Ronan wie eine Mutterfigur gefühlt?

Gemma Arterton: Ja. Ich glaube, Saoirse ist davon genervt. Ich habe zum Beispiel ihre Haare zurecht gemacht oder sie beim Überqueren der Straße begleitet und sie hat sich aufgeregt „Ich kann über die Straße gehen! Ich bin 17!“ Ich weiß nicht genau, aber ich glaube das ist so, weil ich die Mutter in der Familie war, als ich aufwuchs. Es ist mein Instinkt. Und es ist nervig. Ich mache das immer mit meiner Schwester und sie kann es nicht ausstehen, aber ich kann nicht anders.

Über den Film: Als Vampire gejagt, befinden sich Eleanor (Saoirse Ronan) und ihre Mutter Clara (Gemma Arterton) seit über 200 Jahren auf der Flucht. Während Clara ein Auge auf die Zukunft richtet und kein Interesse an der Vergangenheit hat, ist Eleanor nach der langen Zeit des Versteckens erschöpft und möchte sich endlich an einem Ort niederlassen. Als ihr Weg sie in ein verschlafenes Seebad verschlägt, finden die Beiden in dem alten Hotel Byzantium eine neue Bleibe. Ihre Anwesenheit bleibt jedoch nicht unbemerkt: Die mysteriöse Bruderschaft, die ihren Spuren folgt, zieht immer engere Kreise. Das Mutter-Tochter-Gespann muss sich eingestehen, dass sie vor ihrer Vergangenheit nicht ewig fliehen können…

(Quelle: Pureonline)