Sie beschäftigen seit Jahrzehnten Fans, Verschwörungstheoretiker und Sittenwächter: Rückwärtsbotschaften (auch Backward Messaging genannt) in Rock- und Heavy Metal-Songs. In einigen Liedern sollen die Musiker geheime Botschaften an ihre Fans versteckt haben, wenn diese die Lieder rückwärts abspielen. Meistens jedoch reine Fantasiegebilde. Oder doch nicht? Während einige Musiker tatsächlich scherzhaft ironische Botschaften in ihren Songs versteckten, mussten sich andere gegen böse Vorwürfe wehren. Dass das Thema auch heute noch nicht vom Tisch ist, zeigt Rob Zombies neuer Gruselschocker THE LORDS OF SALEM (ab 31. Oktober auf DVD), in dem das Rückwärtsabspielen einer Schallplatte ein wahres Horrorinferno auslöst.

And the Story begins…

…with the Beatles. Als im Jahre 1969 ein Anrufer bei einem Radiosender behauptete, dass Paul McCartney 1966 bei einem Autounfall verstorben und dann heimlich durch einen Doppelgänger ersetzt wurde, wurde der Moderator gebeten, den Song „Number Nine“ rückwärts abzuspielen. Der Radiomoderator folgte der Bitte des Fans und konnte selber nicht fassen, was er da hörte: Aus der Wiederholung der Zeile „Revolution Number Nine“ wurde „Turn me on, dead man“ (http://www.youtube.com/watch?v=n7QZNZx2QKA). Die angebliche Botschaft vom Tode des wahren Paul McCartney verbreitete sich wie ein Lauffeuer – und wurde zu einem Hobby für Vollblutfans, Verschwörungstheoretiker und Sittenwächter. Denn Todesnachrichten waren nicht das Schlimmste, was in den Songs gefunden werden sollte.

Sex, Drugs, und Rock’n’Roll!

Natürlich ist prinzipiell allen Rockmusikern ein Hang zum Drogenkonsum zu unterstellen. Sie trinken, rauchen, kiffen und werfen sonstwas für Pillen ein. Klar, denkt sich jeder Schubladendenker. Was jedoch passiert, wenn Bands anscheinend auch noch ihre Fans zum Drogenkonsum auffordern, sieht man am Beispiel von Queen: Die Titelzeile ihres Hits „Another One Bites The Dust“ soll rückwärtsabgespielt soviel heißen wie „It’s fun to smoke marijuana“ (http://www.youtube.com/watch?v=mlvFkws9PYY9). Allerdings nur mit sehr viel Fantasie. Dachten sich auch Queen und wehrten sich gegen die Vorwürfe.

Zum Teufel mit der Rockmusik!

Ausgerechnet mit „Stairway to Heaven“ sollten Led Zeppelin angeblich (http://www.youtube.com/watch?v=zGsUcPdPWBg) dem Teufel huldigen. Mit „Here’s to my sweet Satan“ sollen die Rückwärtszeilen beginnen, die die Fans vom rechten Weg abzubringen versuchen. Dieses Beispiel löste eine wahre Nachforschungswelle nach satanistischen Botschaften aus, die so manchen Anti-Rocker in seinen Vorurteilen gegen Rockmusik bestärkte und den Bands ordentlich auf die Nerven gingen.

Schlimmer als Led Zeppelin traf es allerdings Judas Priest. Eltern aus Nevada verklagten die Band, weil ihre Söhne angeblich vom Song „Better By You, Better Than Me“ dazu getrieben wurden, sich selber umzubringen. Die Antwort der Band lautete klug und nicht ohne Ironie: Es würde wohl kaum im Interesse der Band liegen, ihre Fananzahl durch Selbstmordaufträge zu dezimieren. Die Musiker wurden freigesprochen.

Noch nicht ganz vom Tisch

Auch heute meinen einige Fans, Botschaften in den Songs ihrer Stars entziffert zu haben. Auch, wenn der Hype um die Botschaften mit dem Auftauchen von CD und mp.3 nicht mehr so groß ist, finden sich doch einige (abstruse) Beispiele und Verschwörungstheorien im Netz. In Rob Zombies THE LORDS OF SALEM stürzt eine Backward Message die Radio DJane Heidi in einen wahren Alptraum und lässt einen alten Hexenzirkel zum Leben erwachen. Die schlimmsten Befürchtungen aller Sittenwächter dürften damit wahr werden – und auch dem abgehärtesten Horrorfan das Blut in den Adern gefrieren lassen.

(Quelle: Vollkontakt)

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