Zur Recht kann man heutzutage behaupten, dass die VHS-Videokassette ein vom Aussterben bedrohtes Format ist.

VH was bitte?

Es gibt erstaunlicherweise tatsächlich Kinder, die nicht einmal mehr wissen, was genau eine VHS-Videokassette ist. Dabei lieferte sie doch über Jahrzehnte hinweg zuverlässige und treue Dienste. Es gibt sogar noch Leute, die sie als Liebhaberstücke aufgehoben haben und sich darauf die alten Filme anschauen. So beliebt die VHS-Videokassette auch war, sie war wesentlich anfälliger für Fehler als es bei ihren Nachfolgern, den DVDs und Blu-ray Discs der Fall ist.

Es waren einmal Magnetbänder

Im Gegensatz zu heutigen Formaten, bei denen die digitalen Daten mittels Laser gebrannt werden, wurde bei der VHS – Kassette das Material noch auf die, sich im Innern der Kassette befindlichen Magnetbänder gespeichert wurden. Nun kam es nicht selten vor, dass diese Bänder, kamen sie denn in die Nähe eines starken Magneten, einfach gelöscht wurden. Auch kam es des Öfteren zu einem so genannten Bandsalat. Hier lag aber die Ursachen meist nicht bei der VHS Kassette, sondern oftmals einfach am Gerät, welches zum Abspielen genutzt wurde, dem so genannten Videorecorder. Wenn dieser eine Unregelmäßigkeit beim Abspielen der Kassette hatte, dann kam es schon mal vor, dass sich das Magnetband nicht mehr richtig aufspulte, so hing denn das Band im gerät fest und dies wurde dann Bandsalat genannt.

Die Bezeichnung VHS steht dabei allerdings für die Bezeichnung Video Home System. Dieses System wurde ursprünglich von der Firma JVC entwickelt und kam bereits im Jahre 1976 auf den Markt, zunächst allerdings erst einmal in Japan. Dieses Aufzeichnungs – und Wiedergabesystem wurde explizit für Videorekorder auf den Markt gebracht. Somit setzte sich denn auch das VHS System als Standard für den privaten Gebrauch von Video-Magnetbandaufzeichnungen durch, obwohl im Laufe der Zeit durchaus auch bessere analoge Systeme entwickelt wurden, konnten sie das VHS System doch nicht vom Markt verdrängen. Erst als die Widergabe der Medien digitalisiert wurde, kam die Trendwende am Markt und das VHS System wurde abgelöst. Doch bis dahin war es uneingeschränkt Marktführer in Sachen Widergabe verschiedener Medien. Durch die Tatsache, dass das VHS System, im Vergleich zu vielen konkurrierenden Systemen am Markt, einen M-Lademechanismus verwendete, war es so konkurrenzlos. Zwar wurden durch diese Tatsache zwei Köpfe notwendig, um eine kontinuierliche Signalübertragung gewährleiten zu können, doch gab es so auch die Möglichkeit, einfach kompaktere Geräte herstellen zu können.

Aufbau einer VHS Videokassette

Die VHS Kassette enthielt ein langes Magnetband, welches beim Abspielen von einer Spule auf die andere gewickelt wurde. Somit läuft dieses Magnetband langsam an der rotierenden Kopftrommel vorbei, welche sich im Inneren des Videorekorders befindet. Da die VHS Kassetten einseitig sind, ist also auch beim Betrachten eines Bildes in der Mitte der Kassette kein Umdrehen dieser notwendig oder möglich. Will man zu einem früheren oder späteren Zeitpunkt des Filmes schauen, erreichte man das nur durch das Spulen in die jeweilige Richtung. Jedes Halbbild wurde bei diesem System in einer Schrägspur auf dem Band gespeichert.

Zwar kam dann im Laufe der Jahre die Digitalisierung, die das klassische System der VHS-Videokassette vom Markt verdränge und doch gibt es noch den einen oder anderen Haushalt, der dieses System noch nutzt, um sich beispielsweise alte familienfilme anzuschauen.

Foto: pmphoto (Fotolia.com)

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